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Ist es möglich, dass Flöhe bei einem infizierten Tier Krankheitserreger mit dem Blut aufsaugen und diese beim nächsten Stich an ein anderes Tier abgeben? Wurde diese Gefahr bisher unterschätzt? Und wie kann man seinen Hund am besten schützen? Diesen Fragen widmet sich aktuell Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf. Der Floh als Überträger Grundlage seiner Untersuchungen ist, dass sich im vorderen Bereich des Magens beim Floh das Prostomium befindet, ein Vormagen, in dem sich das aufgesogene Blut sammelt. Dieses Prostomium ist nur bedingt dehnbar. Wird es zu stark gefüllt, erbricht sich der Floh und würgt das enthaltene Blut wieder aus. Auf diese Weise können Flöhe bei einem infizierten Tier infiziertes Blut aufnehmen und Teile davon beim nächsten Saugakt an ein anderes Tier übertragen. Umso wichtiger ist es, einem Flohbefall mit zuverlässigen Anti-Floh-Präparaten vorzubeugen. Empfohlen wird hierfür der beispielsweise der Wirkstoff Imidacloprid (z.B. Advantage bzw. Advocate, Bayer), da dieser beim Floh innerhalb von 5 Minuten zu einer Lähmung des Kauapparates führt. Damit werden nicht nur der Stich, sondern auch das Erbrechen des Flohs und damit die mögliche Übertragung von Erregern unterbunden.
Abb.: Schematische Darstellung der Organe eines Flohs. Vor dem Magen befindet sich ein so genannter Vormagen, das Prostomium. Wird dieses zu schnell gefüllt, erbricht der Floh, wobei er infektiöses Blut aus einem vorhergegangenen Saugakt übertragen kann. Flohkot als Übertragungsmedium Weiterhin untersucht Prof. Dr. Mehlhorn, ob auch über Flohkot Krankheitserreger übertragen werden können. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Erreger im Floh von der Blutaufnahme bis zur Ausscheidung stabil bleibt. Da er in einer Art „natürlichen Blutkultur“ durch den Verdauungstrakt des Flohs transportiert wird, sind die Bedingungen hierfür ideal. Die Geschwindigkeit, mit der ein Erreger den Magen-Darm-Trakt des Flohs durchwandert, ist beeindruckend. In Objektschalen zeigt Prof. Dr. Mehlhorn, wie schnell große Mengen an Flohkot produziert werden. In einer Untersuchung konnte er mit seinen Mitarbeitern zeigen, dass bestimmte Viren in Flöhen und deren Kot noch 24 Stunden nach dem Saugakt in großen Mengen zu finden waren.  Abb.: In der Objektschale findet sich die Menge an Kot, die 30 Flöhe beim Blutsaugen innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden haben. Der schnelle Weg des Blutes durch den Verdauungstrakt schafft gute Bedingungen dafür, dass Krankheitserreger, die mit dem Blut aufgesogen werden, im ausgeschiedenen Kot noch aktiv sind Fazit „Die Bedeutung des Flohs als Überträger von Krankheitserregern wird vielfach unterschätzt. Somit ist der Floh nicht nur ein hygienisches Problem, sondern der Flohbefall kann Auswirkungen auf die Gesundheit von Hund und Halter haben. Die gewissenhafte Behandlung zur Vorsorge eines Flohbefalls sollte daher selbstverständlich sein“, erklärt Prof. Dr. Mehlhorn. Wir danken Tierärztin Thekla Vennebusch für diese Informationen
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